Wie über fast alle Helden aus der Geschichte der Bauernkämpfe ist auch über den
Anführer der Aufständischen in Lilienfeld im Jahre 1596 wenig bekannt. Auch über seine
Angehörigen wurde nichts überliefert. Die Geschichtsschreibung bevorzugt Kaiser und Könige aber
nicht Bauern!
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Der Wiener Genealoge Helmuth Tautermann fand folgende Daten zu Christoph Thauterman heraus: "Christoph Thautermann resp. Taudermann und Tautermann war - bevor er zum Bauernheer ging - von Beruf Müller auf der Löffelmühl in Eschenau bei Lilienfeld. Möglicherweise wurden die stiftlichen Mühlen von der Herrschaft bevorzugt und so könnte er als selbständiger Müller verarmt sein. Kein Wunder daher, dass er sich dem Bauernheer anschloß. Nach Abschluß des Bauernkrieges und Exekution der Rädelsführer wurde das Haus des Christoph Tautermann niedergerissen und zur Abschreckung der anderen Bauern ein Galgen darauf errichtet. Was mit der Familie geschah, ist leider nicht bekannt. Es gab noch eine Familie Michael Taudermann im benachbarten Wilhelmsburg (ein Sohn?). Da die Kirchenbücher von Wilhelmsburg sehr alt sind (1588-1597, dann eine Lücke bis ca. 1630 konnte ich Einträge hinsichtlich der beiden Familien Christoph und Michael an vier Stellen finden. Ab 1630 ist der Name Tautermann in Wilhelmsburg und Umgebung nicht mehr anzutreffen. Vermutlich sind die Angehörigen des Christoph, um der Leibeigenschaft etc. zu entgehen, weggezogen. Interessanterweise taucht 1618 im Einwohnerbuch der Stadt Gau-Algesheim ein Ausmärker Michael Dautmann aus Ockenheim auf. Außerdem heiratet 1610 in Salzburg ein "Soldat" Virgilius Tautermann bzw. Dautermann (ohne Anführung der Eltern!) eine Witwe Ederin und wird dann Leibgardist beim Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau bzw. später Hauptmann auf der Festung Hohenwerfen. Rein theoretisch könnte es da einen Zusammenhang geben - leider sind die Quellen nicht bekannt." |
| Das Original des Bildes, das aus dem Jahr 1597 stammt, befindet sich im Heimatmuseum zu Freistadt. Es sollte den Bauern recht eindringlich vor Augen führen, "wie jeder seinen Lohn empfing" und zeigte alle damals üblichen Strafen: Aufhängen, das Abschlagen von Kopf und Gliedmaßen, die zur Abschreckung an Bäumen und Pfählen angenagelt wurden, das Abschneiden von Nasen und Ohren u.a. In den auf dem Bilde links und rechts sichtbaren Säcken befinden sich die abgeschnittenen Ohren. |
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| Über die Ursachen mancher Bauernrevolten konnte Helmuth Tautermann in alten Urkunden folgende Angaben
ermitteln: "Robot und Abgaben: Die Urbare der Herrschaft Komotau aus den Jahren 1560, 1563 und 1606 geben Auskunft über die den Untertanen obliegenden Lasten. Zum Beispiel gab es in Dörnthal, Troschig, Nokowitz, Glieden, Wisset und teilweise auch in Krima außer dem "Gallizins" (16. Oktober) und der "Weihnachtsbern" noch ein sogenanntes "Hopfenstangengeld" zu Pfingsten. Außerdem mußten Zinshühner, Zinseier, Flachs, Mohnnäpflein, Korn, Hafer u. dgl. abgeführt werden. Die Ähnlichkeit der Abgaben in den o.a. Dörfern könnte auf eine gemeinsame Besiedlungs- und Entstehungsgeschichte der Dörfer hinweisen. An Robotverpflichtungen gab es den Pflugrobot, den Schnitterrobot, den Holzflößrobot, den Heurobot bzw. den Straßen- und Brückenausbesserungssrobot. Bei Nichtbedarf konnten diese Robotleistungen auch in Geld abgelöst werden. Beim Heu- und Grummethauen und dem Scheitholzhauen gab es hingegen bezahlten Zwangsdienst. Insgesamt wurde die Belastung der Untertanen gegen Ende des 16. Jahrhunderts kaum mehr erträglich. Es kam neuerlich zu Bauernunruhen, wie sie schon im Jahr 1525 stattgefunden hatten. Andererseits hatten auch durch den einsichtigen Hauptmann eingebrachte Ansuchen um Befreiung bzw. Milderung der Zinse (z.B. Hinweis auf Mißernten, Trockenperioden, Katastrophen etc.) manchmal Erfolg bei der Böhmischen Kammer und halfen der Bevölkerung." (5) |
| Mitte März | Die Untertanen des Abtes von Lilienfeld versammeln sich voller Empörung über dessen Befehl, rebellischen Bauern Ohren und Nasen abzuschneiden. Sie wenden sich an die Bauern anderer Grundherren um Hilfe. Die Aufständischen in Scheibbs bringen Unterstützung. | |
| 15.März | Die Bauern von Lilienfeld umstellen gemeinsam mit anderen Aufständischen das Kloster. | |
| 17.März | Rundschreiben des Abtes von Lilienfaeld. Darin werden den Aufständischen neben den weltlichen Strafen die ewige Verdammnis angedroht. Er selbst habe nie Steuern gegen altes Herkommen erhoben und wolle sich die Beschwerden der Bauern anhören. Er verbürge sich für freies Geleit der Verhandelnden. Gegen Kriegsvolk würde er seine Untertanen schützen und das Militär sei in das Viertel ober dem Manhartsberg befohlen worden. |
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| 18.März | Steinhauer kommt mit 4.000 Bauern vor das Kloster. Die Bauern schicken verschiedene Unterhändler in das Stift. Nach dem Scheitern der Verhandlungen besetzen die Bauern das Kloster, bemächtigen sich der Lebensmittel und bewaffnen sich aus der Rüstkammer. |
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| 20.März | Versammlung der Bauern vor dem Kloster.
Anführer Steinhauer bekräftigt die Bereitschaft der Bauern, Steuern und Dienste
nach altem Herkommen
zu leisten sowie Robot und Abgaben auf Wein. Aber der Hofrichter, der Wirt des Klosters und der Plattner
müssen Lilienfeld verlassen. Der Prior des Klosters und der gesamte Konvent des
Stifts bleben unbelligt!
Abzug der Bauern vom Stift Lilienfeld und Beginn des Marsches nach Wilhelmsburg. Später wurde auch der Hofrichter frei gelassen. |
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Namenverzeichnis zum Aufstand in Lilienfeld |
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| Simon Feyertag | Aktivist bei der Erstürmung des Klosters, nahm nicht an der Plünderung der Klosterkirche teil. Angeklagter im Prozeß |
| Peter Preteregger | Aufständischer |
| Haller | Kommandiert die Aufständischen in Kilb |
| Paul Rohrer | besorgt die quartiere für Aufständische in Kilb |
| Andreas Ziegler | Schlosser und Ratsbürger in Kilb, schließt sich in Pöchlarn den Aufständischen an. Teilnehmer am Sturm auf das Kloster. |
| Hans Ziegler | Sohn des Andreas Ziegler, Anführer der Bauern in Kilb. Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. |
| Georg Steinhauer | Anführer der Bauern, Feldobrist. Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. |
| Wolf zu Traisen | Aktivist bei der Erstürmung des Klosters |
| Erhart im Tal | Bauer, Aktivist bei der Erstürmung des Klosters |
| Hans Sieß | aus Öthenau, Aktivist bei der Erstürmung des Klosters |
| Kainrad Sattler | aus Lilienfeld, Aktivist bei der Erstürmung des Klosters |
| Christoph Thautermann | (auch: Taudermann, Tautermann, Thaudermann) Müller auf der Löffelmühl in Eschenau bei Lilienfeld, schloß sich dem Bauernheer an. Aktivist bei der Erstürmung des Klosters. Wurde am 12. Mai 1597 vor der Ortschaft Tulbing (vor Wien) hingerichtet. |
| Paul Rohrer | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. |
| Christoph Haunzwickl | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Blasius Bruckhner | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Balthasar Peringer | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Georg Mickhl | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Stefan Progl | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Hans Khärner | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Benedikt Schury | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Paul Vogtstötter | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Georg Landsknecht | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. | Hans Gasner | Teilnehmer beim Sturm auf das Kloster. |
| (1) | The Tautermann Chronicles Journal (Blog, Weblog) eines Wiener Genealogen Startseite |
| (2) | ebenda |
| (3) | ebenda (Hinweis: Das Gerichtsprotokoll aus dem Jahr 1597 befindet sich im Niederösterreichischen Landesarchiv) |
| (4) | ebenda |
| (5) | Chronik Tautermann |
| (6) | Dr. Otto Kainz Das Kriegsgerichtsprotokoll im niederösterreichischen Bauernaufstand aus dem Jahre 1597 Dissertation 2008 Universität Wien / Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät (Kriegsprotokoll) |
| (7) | niederösterreichischer Bauernaufstand 1596 - 1597 Internet-Seite der Stadt Zwettl |
| Peter Herzog Die Schwarzen Reiter Literaturangebot |
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| Karte der Gegend um Lilienfeld: im Internet |
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| Namenverzeichnis zum niederösterreichischen Bauernkrieg 1596 - 1597 | |
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