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| Thomas Müntzer (auch Muenzer) in Stollberg / Harz geboren | 1489 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1490 | Michael Gaismair (auch Gaismayr) als Sohn eines Bergbauunternehmers und/oder Landwirts in Tschöfs bei Sterzig geboren | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1501 | Viele Bergbauarbeiter stammten aus bäuerlichen Familien, die nach 1500 dem Bergbau zugeströmt waren.
Neue Erzfunde erhöhten plötzlich und in großen Mengen den Arbeitskräftebedarf. Die neu aus den Dörfern
kommenden Arbeitskräfte stellten kaum Forderungen und damit eine Konkurrenz für die angestammten Lohnarbeiter dar. 1501 streikten die Bergleute in Schwaz wegen zu harter Arbeitsbedingungen. |
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| Studienbeginn in Leipzig | 1506 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Immatrikulation an der Universität Frankfurt/Oder | 1512 | Erwerb eines kleinen Grundstücks in Schwaz, Vermutlich arbeitete Gaismair dort als Grubenschreiber, wovon ein an Kaiser Maximilian gerichtetes Protestschreiben zeugt, das er und elf andere Autoren verfasst hatten. Leider ist dieses Schriftstück ohne Jahresangabe überliefert, in dem von verzögerter Lohnauszahlung und schlechter Münze die Rede ist. Bis 1527 hielt Gaismair Anteile an Grubenbeteiligungen in Sterzing, was ihm zu relativem Reichtum verholfen haben muss. |
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| Kollaborator (geistlicher Hilfslehrer) in Aschersleben und Halle | 1513 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Priester des Bistums Halberstadt, zeitweise in Braunschweig | 1513 1514 |
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| Propst im Kanonissenstift in Frose bei Aschersleben | 1516 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aufenthalt in Wittenberg | 1517 1518 |
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| Jüterbog | 1518 | Gaismair arbeitete zunächst als Schreiber im Bergbau und spätestens seit 1518 bei der Landesverwaltung
in den Diensten des Leonhard von Völs, der als ranghöchster Beamter Tirols fungierte - der war von Kaiser
Maximilian zum Landeshauptmann an der Etsch und zum Burggrafen von Tirol ernannt worden. Leonhard scheint Gaismair protegiert zu haben, er ernannte ihn 1518 zum Unterhauptmann. |
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| Leipzig und Zisterzienserinnenkloster Beuditz bei Weißenfels | 1519 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Prediger in Zwickau (bis April 1521) | 1520 1521 |
1520 nahm die Unzufriedenheit unter den Bergarbeitern solche Formen an, dass die Regierung Kommissare nach Schwaz
entsenden musste. Die Arbeiter führen geheime Versammlungen durch. Unter den Bergknappen gab es vermehrt Anhänger
der Reformation, welche aufgrund der zunehmenden Repressalien durch Erzherzog Ferdinand in massenhaft Tirol verließen. Die Gründe dafür waren höhere Schichtdauer bei geringeren Löhnen, Aufstockung des Arbeitstages von 8 auf bis zu 12 Stunden, die Abschaffung etlicher Feiertage. Ab 1520 kommt es in einigen Tiroler Gebieten zu lokalen Aufständen der Bauern. In vielen Tälern, auch Welschtirols, gingen Amtsstuben, Kloster und Widumsgebäude in Flammen auf. Viele Bauern suchten wieder das alte Recht der Allmende zu verwirklichen, indem sie landesfürstliches Wild wilderten, Zäune einrissen und Wälder nach Bedarf holzten. Diese Gruppen versuchten oft auch den "legalen" Weg und reichten Beschwerden bei der Regierung in Innsbruck ein. Sie strengten Gerichtsprozesse gegen Übergriffe der Grundherren oder ihrer Beamter an. Die Aufständischen wollen einen eigenen Bauernlandtag. |
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| Tumulte in Zwickau. Fünfundfünfzig Christen werden verhaftet. Müntzer wird verhaftet,
flieht nach Prag unter die Hussiten.
Aufenthalt in Prag (Juni-November) Müntzer verfaßt sein erstes theologisches Zeugnis mit dem Prager Manifest über die lutherische Umgestaltung der Kirche |
1521 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ostern 1522 predigt Münzer in Stollberg Tätigkeiten in Erfurt, Nordhausen, Glaucha |
1522 1523 |
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| Pfarrstelle in Allstedt (März) "Deutsches Kirchenamt" und "Deutsche Evangelische Messe", "Ordnung und Rechenschaft des Deutschen Amtes zu Allstedt" Müntzers Liturgie erreicht bis zu 2000 Besucher umfangreiches literarisches Schaffen, Übersetzung der Psalmem für das Stundengebet, Anleitungen für die Messe, sogar ein eigenes Missale, die deutsch-evangelische Messe als Singmesse mit Noten für den Gesang (Missa Cantata) Thomas Müntzer heiratet Ottilia von Gersen. Ihre Eheschließung erfolgte kurz nach Ostern 1523. Die Trauung nahm vermutlich der befreundete Amtskollege von der Wigberti-Kirche in Allstedt Simon von Haferitz vor. Ein Jahr später gebar Otilie Müntzer einen Sohn. Sendbrief an die Bürger zu Stolberg (18.7.) in dem er vor "unbefugtem Aufruhr" warnt |
1523 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| "Fürstenpredigt" zu Allstedt (13.7.) "An die verfolgten Anhänger in Sangerhausen" (15....22.Juli) "Ausgedrückte Entblößung des falschen Glaubens" (Juli/August) Müntzer verläßt Allstedt und geht nach Mühlhausen (7./8. August Antwort auf Luthers Sendbrief mit der "Hochverursachten Schutzrede und Antwort wider das geistlose, sanftlebende Fleisch zu Wittenberg" (August/September) Reise durch die Aufstandsgebiete im Süden des Reiches: Basel, Klettgau, Hegau und Nürnberg (Ende 1524) |
1524 | 1524 steigt Gaismair in den Rang eines Hauptmanns auf, ein Amt, das im 16. Jahrhundert zu dem Führungschargen in der Militärhierarchie zählt und mit einem beträchtlichen monatlichen Einkommen verbunden war. Gaismairs Stellung innerhalb der mittleren Beamtenschaft Tirols festigte sich. Der Gewerkensohn lebt unter Angehörigen so einflussreicher und vermögender Adelshäuser wie Spaur, Thun und Frundsberg. Mit der Rangerhöhung war für Gaismair gleichzeitig der Adelsbrief in greifbare Nähe gerückt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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1525 |
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| 1526 | Im Februar / März arbeitet Gaismair an Entwürfen für eine staatliche Organisationsform Tirols. Im Mai einige erfolgreiche Gefechte der Bauern unter Michael Gaismair. Der Entwurf einer neuen "Tiroler Landesordnung" (9.Mai)entspricht einem christlich-demokratischen Knappen-und Bauernstaats Vernichtende Niederlage in der Schlacht bei Radstadt (2.Juli) Gaismaier entkommt mit einer größeren Schar über die Hohen Tauern nach Lienz, fällt ins Pustertal ein und geht dann auf das Gebiet von Venedig über. Gaismair versucht in den nächsten Jahren noch mehrmals vergeblich von Graubünden, der Toskana und Venedig aus neue Aufstände zu organisieren. Von Ferdinand gekaufte Spione und Mörder jagen nach Gaismair für eine Kopfprämie von 1000 Gulden. Sie sollen den "Anarchisten", "Protestanten" und " Vaterlandsverräter" ausfindig machen und töten. Ein habsburgischer Steckbrief beschreibt Gaismair so: "Ein langer, aufgeschossener, hagerer, dünner Mann, im Alter ungefähr 34 oder 35 Jahre, hat einen schwarzbraunfarbenen dünnen Bart, ein schönes, kleines Gesicht, kurze Haare, geht mit geneigtem Kopf oder etwas bucklig und ist sehr beredt." |
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| 1529 | Als Venedig 1529 Frieden mit den Habsburgern schloss, zog sich Gaismair endgültig auf ein Landgut in der Nähe von Padua zurück. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1532 | Am 15.April wird Gaismaier nach mehreren (!) mißlungenen Attentatsversuchen auf ihn
in Padua (auf den Stufen der Freitreppe seines Anwesens) von bezahlten Mördern (ehemalige Freunde?)
überfallen und erstochen. Die Mörder Gaismairs wurden urn ihren Lohn geprellt. Trotz fürstlicher Bitte einer Auszahlung wollte die Landesregierung mit dem Sparen beginnen, das Mordkommando habe ohnehin nur aus Geldgier gehandelt. Die Geistlichkeit Paduas verweigerte dem "Ketzer" Gaismair ein Begräbnis. Erst ein Protest vom Hof des Dogen bewirkte ein würdiges Begräbnis. |
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| Hussitische revolutionäre Bewegung und Taboriten von 1419 bis 1437 (Skizze) |
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| Großer Deutscher Bauernkrieg 1524 bis 1526 (einschließlich der Ereignisse in den fünf Jahrzehnten vor dem Großen Deutschen Bauernkrieg 1476 bis 1523) |
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| Die Zwölf Artikel geschrieben und beschlossen Februar / März 1525 Darum erfindt sich mit der Geschrift, daß wir frei seien und wöllen sein. |
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| Thomas Müntzers Predigt auf dem Schlachtfeld bei Frankenhausen am 15.Mai 1525: "Die Feldpredigt" "Es will Gott nicht, daß ihr Fried mit den gottlosen Fürsten machet!" PDF-Version v. 28.12.2006 |
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| Michael Gaismmairs Tiroler Landesordnung Februar/März 1526 ... man soll Auen und andere unfruchtbare Ort im Land fruchtbar machen ... |
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