Seite in Bearbeitung! In den Jahrzehnten nach den großen Bauernkriegen und der frühbürgerlichen Revolution hatte in den Habsburger Gebieten die Gegenreformation den Sieg davon getragen. Von den Bauern erreichte Zugeständnisse wurden systematisch rückgängig gemacht, feudale Pflichten erweitert und neue Abgaben eingeführt. Rein wirtschaftlich betrachtet, hätten steigende Preise für landwirtchaftliche Erzeugnisse eine Art Konjunktur in der Landwirtschaft bewirken müssen. Aber in der menschlichen Gesellschaft wirken mehr und komplexere Gesetze als nur "rein" wirtschaftliche Zusammenhänge. Die bäurischen Untertanen wollten durch den Verkauf ihrer in harter Arbeit erzeugten Produkte ebenfalls an einem Aufschwung teilhaben und damit ihre Existenz sichern. Dem stand der ständig wachsende Druck durch kritische Grenzen überschreitende Verarmung gegenüber, ausgelöst vor allen Dingen von den habgierigen Interessen der Grundherren. Besonders schwerwiegend wirkte sich deren Bemächtigung an Gemeindeländereien durch aus. Nicht nur, das sie die zur allgemeinen Nutzung bestehenden Weidegründe, vorrang für eine neue Schafzucht, an sich rissen, sie schränkten auch lange herrschende Wassernutzungsrechte ein, verboten schließlich sogar Fischfang und Jagd. Der gezielte Entzug von Waldnutzungsrechten trieb die Holzpreise auf den Märkten und die Gewinne der Händler in die Höhe. In ihrer immer weiter ausufernden Habgier schreckten die Herrschaften auch nicht vor Maßfälschungen zurück. So wurden Kastenmaße für die Mengenmessung des Getreides systematisch verändert: bei Anlieferungen in die Getreidespeicher zählte man den Bauern mit größeren Kästen vor als bei der späteren Auslieferung. Damit war die Latte der Diebstähle und Betrügereien durch die Grundherren und Händler, beide oft in Personalunion, lange noch nicht abgeschlossen. Arbeitsleistungen, als Robotdienste bezeichnet, waren nach Gewohnheitsrecht an zwölf Tagen im Jahr von den Bauern zu erbringen. Zielstrebig wurde die dauer auf dreißig Tage im Jahr ausgedehnt. Der damalige völlige moralische Verfall der Fronherren zeigt sich uns heute in deren damaliger Behandlung von Waisen und Bauernkindern. Ab 1550 durften die Adligen die Kinder ihrer Untertanen für Dienstleistungen einsetzen. Zumeist besonders schlecht behandelt, flohen diese jungen Arbeitssklaven von den Gutshöfen und mußten bei Strafe von ihren Eltern zu den Schindern zurück gebracht werden! Noch ungeschützter vor Willkür und Habgier vegetierten die Waisenkinder. Diese sozialen Drangsale wurden zusätzlich überschattet von religionspolitischen Maßnahmen der Regierung, die protestantische Pastoren durch katholische Geistliche ersetzen ließ. Gleichzeitig hatten die Bauern die Hauptlast der Kriegskosten zu tragen, die sich aus den Türkenkämpfen ergaben. Aber nicht der Umstand des Krieges allein brachte die Bauern zur Verzweiflung sondern die Unfähigkeit der Herrschenden, die Angriffe der Türken erfolgreich abzuschlagen! Die "eigenen" Truppen, aus Söldnern bestehend, zogen plündernd und Felderverwüstend durch die heimischen Landstriche. Im Frühjahr und Sommer 1595 erfasste der Bauernaufstand ganz Oberösterreich. Nach der Niederlage einer fürstlichen Abteilung gingen die Feudalherren zur Verhandlungstaktik über und versprachen den Aufständischen, ihre Forderungen im Landtag zu beraten. Wie in fast allen Fällen von Bauernkriegen gingen die Rebellen auf einen Waffenstillstand ein. Bauern sind keine wirklichen Anhänger des Krieges. Ihnen ist das Aufbauen näher als das Zerstören! Vermutlich durch Indiskretionen erfuhren die Bauern von den Absichten der Beratungen in Prag. Daher sammelte sich 1596 erneut ein Bauernheer von 15000 Mann unter Führung des Pettenbacher Schankwirts Georg Tasch. Zwischen den Bauern von Oberösterreich und den Niederösterreichischen gab es Verbindungen und gleiche soziale Erfahrungen mit den Gutsherren. Folgerichtig dehnten sich die Aufstandsgebiete aus und drohten auf die Steiermark überzugreifen. Dort wurden die Bergarbeiter unruhig. Die Gegenmaßnahmen der Regierung liefen auf Spaltung der aufständischen Gruppierungen hinaus, Verhandlungen mit den Oberösterreichern und gleichzeitige brutale Niederschlagung der Niederösterreicher. Auch der Aufstand in Oberösterreich scheiterte. Georg Tasch wurde am 11. Juni unter dem Vorwand von Verhandlungsbereitschaft in eine Falle gelockt und gefangen genommen. In Linz am 14. Dezember 1598 zum Tode verurteilt wurde er am 17. September in Steyr hingerichtet. Im Mai 1597 verabschiedete Kaiser Rudolf II. Erlasse über eine Begrenzung von Abgaben und zur Verminderung der Fron-Leistungen. Darauf hin beendete die Mehrheit der Aufständischen ihre Rebellion. Der Widerstand der weiterhin Kämpfenden wurde militärisch zerschlagen und die Anführer hingerichtet. |
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| Das Original des Bildes, das aus dem Jahr 1597 stammt, befindet sich im Heimatmuseum zu Freistadt. Es sollte den Bauern recht eindringlich vor Augen führen, "wie jeder seinen Lohn empfing" und zeigte alle damals üblichen Strafen: Aufhängen, das Abschlagen von Kopf und Gliedmaßen, die zur Abschreckung an Bäumen und Pfählen angenagelt wurden, das Abschneiden von Nasen und Ohren u.a. In den auf dem Bilde links und rechts sichtbaren Säcken befinden sich die abgeschnittenen Ohren. |
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Namenverzeichnis zum oberösterreichischen Bauernkrieg 1594 - 1597 |
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| Ein Pfarrerwechsel in St. Peter am Wimberg führt zum zweiten großen Bauernkrieg im Lande, der sich über die Florianer, Schlägler und Wilheringer Stiftspfarren im Mühl- und Hausruckviertel ausdehnt. Der Aufstand dauert bis 1597. 27 Rädelsführer werden erhängt. | |
| Georg Tasch | |
Namenverzeichnis zum niederösterreichischen Bauernkrieg 1596 - 1597 |
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| Johann Auberger | aus Gschwendt, Bauernführer, vorher Dorfrichter im Stift Zwittl (7) |
| Georg Fuchstaler | wurde beim Tumult in Steyr am 7.10.1596 gefangen und am 13.11.1596 ohne Gerichtsverfahren hingerichtet.(6) |
| Georg Gössler | wurde beim Tumult in Steyr am 7.10.1596 gefangen und am 13.11.1596 ohne Gerichtsverfahren hingerichtet.(6) |
| Georg Göth | aus Arbesbach, ein Maurer auf Seiten der Bauern |
| Hans Markgraber | aus Gossam bei Emmersdorf, ein Anführer der Rebellion (7) |
| Wenzel Morakschi von Noskau |
(auch: Moratschky, Mrakes, Marackhsy, Morakhsy Wenzel von Noskau); Freiherr zu Litschau,
Hofkriegsrat, Generalobrist. Söldnerführer bei der Niederschlagung des Aufstandes. (6),(7) |
| Adam Pirschammer | aus Pöggstall, ein Schuster auf Seiten der Bauern (7) |
| Georg Prunner | ein Schneider aus Emmersdorf, ein Anführer der Bauern (7) |
| Hans Prunner | Sohn des Georg Prunner (6) |
| Sebastian Scherkl | aus Gschwendt, Bauernführer (7) |
| Andreas Schremser | aus Dobersberg, ein Anführer der Rebellion (7) |
| Christoph Thautermann | (auch: Taudermann, Tautermann, Thaudermann) Müller auf der Löffelmühl in Eschenau bei Lilienfeld, schloß sich dem Bauernheer an. Wurde am 12. Mai 1597 vor der Ortschaft Tulbing (vor Wien) hingerichtet. |
| Heinrich Weiss | aus Marbach am Walde, ein Schneider, Bauernführer (7) |
| Der zweite Bauernaufstand
(1594 bis 1597) im oberen Mühlviertel in: Siegfried Haider Geschichte Oberösterreichs Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1987 ISBN 3486540815, 9783486540819 |
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| niederösterreichischer Bauernaufstand 1596 - 1597 Internet-Seite der Stadt Zwettl |
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| Das Land der Bauernkriege - Bauernkriege in Oberösterreich Virtuelles Museum Oberösterreich |
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| Bauernaufstände in Jahreszahlen
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