Bauernkriege in 23 Jahrhunderten |
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| www.bauernkriege.de |
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Ein Cholope war eine unfreie Person,
dem Sklaven ähnelnd. Dieser Stand existierte etwa seit
900 u.Z. Als besitzloser Knecht für
alle Dienste zuständig, vorwiegend im Ackerbau tätig. Cholopen
beteiligten sich an vielen sozialen Erhebungen, besonders
bekannt vom Aufstand 1603 und vom Bolotnikow-Aufstand.
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Der Bauernaufstand Chlopkos 1603 |
Die Massenerhebungen, die 1603 im westlichen und südlichen Teilen Rußlands ausbrachen,
kann man heute als historisches Vorspiel zum Bauernkrieg unter
Bolotnikow
betrachten.
Leibeigene Bauern und Cholopen reagierten auf die drakonischen Maßnahmen und Gesetze
der Moskauer Regierung, die eine für Rußlands weitere Entwicklung besonders tragische
Rolle spielen sollten. 1597 erließ Boris Godunow ein Gesetz zur Bauernverfolgung.
Nach flüchtigen Bauern, die nach dem Jahr 1592 geflohen waren, hatte eine Fahndung zu erfolgen.
Dieses Gesetz machte selbst freie Menschen, die bei ihrem Herrn lebten, noch feudal abhängig!
Bereits in den achtzigen und neunziger Jahren waren "Grundbücher" eingeführt,
die die "Rechte" des Grundherren über die auf seinem Besitz lebenden Bauern fixierten und
nun die Grundlage für die Verfolgungsaktionen adliger Einheiten dienten. Hungersnöte,
die 1601 bis 1603 in ganz Rußland grassierten, bildeten nun die Anlässe für die
spontanen Aktionen, die sich schnell ausbreiteten. Die Besitzungen der Adligen
wurden angegriffen und geplündert.
Mißernten und Getreidespekulationen der Grundherren und der Kaufleute
hatten die Lage unerträglich verschärft, die Menschen verhungerten in aller Öffentlichkeit, auch in der Haupstadt.
Ganze Dörfer wurden von den Bauern verlassen, teiweise sogar von ihren Herren selbst vertrieben
aus Mangel an Nahrungsmitteln!
Im Sommer bedrohten die bewaffneten Haufen der Aufständischen sogar die Hauptstadt Moskau.
Das Heer der Adligen konnte von den Revoltierenden geschlagen werden. Den Kommandeur der
fürstlichen Truppen, der Wojewode Basmanow wurde getötet.
Aber den nachrückenden überlegenen Zarentruppen gelang die Unterdrückung des Aufstandes.
Viele der revoltierenden Bauern und Cholopen flüchteten darauf hin in die südlichen Grenzregionen
Rußlands. Wer in Gefangenschaft geriet, wurde hingerichtet. Es ist zu
vermuten, das dabei der Anführer Chlopko (auch: Chlopka genannt) getötet wurde.
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Zeittafel |
| Jahr |
Ereignisse |
| 1581 |
Weil viele Bauern von den ruinierten Wirtschaften fliehen, wird das Gesetz über die "verbotenen Jahre" erlassen:
das besagt, das Bauern für diese Jahre ihren Herren nicht wechseln dürfen!
In den achtzigen und neunziger Jahren werden "Grundbücher" eingeführt, die die "Rechte" des Grundherren über die
auf seinem Besitz lebenden Bauern fixieren. |
| 1597 |
Boris Godunow erläßt Gesetz zur Bauernverfolgung: nach flüchtigen Bauern, die nach dem Jahr 1592 geflohen waren,
hat die Fahndung zu erfolgen! Dieses Gesetz machte auch freie Menschen, die bei ihrem Herrn lebten, ohne das
der vorher ein Recht auf sie besaß, feudal abhängig! |
| 1594 und 1595 |
Bauernrevolten auf den Gütern des Jossif-Wolokolamski-Kloster |
| 1601 bis 1603 |
Mißernten und Hungersnot in Rußland
Getreidespekulationen der Grundherren und der Kaufleute verschärfen die katastrophale Situation. Menschen
verhungern in aller Öffentlichkeit, auch in der Haupstadt.
Ganze Dörfer werden von den Bauern verlassen. |
| 1603 |
Zentralrußland wird von einem Bauernaufstand erfaßt: der
Aufstand Chlopkos.
Der Aufstand war direkte Folge der Hungersnot. Die Bauern rechnen mit ihren Herren ab und schlagen
die Strafabteilungen Boris Godunows in die Flucht!
Zehntausende Revoltierer erobern Klöster, Adelssitze, Kirchengüter und Krondomänen des Zaren.
Die Aufständischen ziehen in Richtung Hauptstadt, werden
aber in der Nähe von Moskau geschlagen. Ein Teil der Überlebenden flieht in die Nordukraine, in der
später der Aufstand Bolotnikows ausbrechen wird. |
| Oktober 1604 |
Der Falsche Dimitri I. beginnt mit seinen militärischen Operationen in der Ukraine und bewegt sich auf Moskau zu. |
| April 1605 |
Plötzlicher Tod des Bojarenzaren Boris Godunow. |
| 20.Juni 1605 |
Der Falsche Dimitri I. zieht an der Spitze eines polnischen Heeres in Moskau ein.
In den kämpferischen Wirren in der Stadt kommen alle Godunows um's Leben. |
| 21.Juli 1605 |
Der Falsche Dimitri wird zum Zaren gekrönt als Grigori Otrepjew Dmitri I.
Die Bojaren, die am Sturz der Godunows interessiert waren, beenden ihre Unterstützung für Dimitri und schwenken
zur Gegenseite, als der neue Zar kleine und mittlere Dworjanen mit Land belohnt. |
| 7.Januar 1606 |
Ein Gesetz verschärft die Bestimmungen des Gesetzes von 1597. Die Lage für die Bauern verschlimmert sich! |
| 1.Februar 1606 |
Ein Gesetz dehnt die Frist der Verfolgung entflohener Bauern auf die Zunkunft (für die Dauer von 5 Jahren) aus!
Damit besteht für die Bauernschaft praktisch keine Rechtmäßigkeit mehr. Diese Leibeigenschaftsgetzgebung
wird tragische Folgen für Jahrhunderte in Rußland haben!
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| 1606 |
Im Interesse der Dworjanen (kleinere und mittlere Grundbesitzer) entzieht der neue Zar den Klöstern Teile
ihrer Ländereien und belegt die Kirche mit hohen Geldabgaben. Damit schwenken die Priester ebenfalls auf die
Seite seiner Gegner. |
| 2.Mai 1606 |
Maryna Mniszek, die künftige Zarenbraut trifft mit 2000 bewaffneten Adligen in Moskau ein. |
| 8.Mai 1606 |
Hochzeit des Zarenpaares. Die Feierlichkeiten arten aus in Plünderungen und Übergriffen gegen die Moskauer
Bevölkerung. |
| 17.Mai 1606 |
Bei einem Aufstand in der Hauptstadt wird der Falsche Dimitri I. getötet. |
| 19.Mai 1606 |
Der Fürst Wassili Iwanowitsch Schuiski wird von Bojaren zum Zaren ausgerufen. |
| 1.Juni 1606 |
Schuiski wird zum Zaren gekrönt.
In Moskau verbreiten sich Gerüchte über eine angebliche Rettung des Falschen Dimitri I. |
| Juni / Juli 1606 |
Aufstände in Astrachan und in der südwestlichen Ukraine. Ein sogenannter "Zarewitsch" Peter, der sich
als Sohn des Zaren Fjodor ausgab, zieht gegen die Truppen Schuiskis.
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Juli 1606
Kartenmaterial
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Beginn des Bauernaufstandes in der Sewersker Ukraine unter Bolotnikow.
Bauern in der bereits von Godunow zerstörten Gegend erheben sich gegen Schuiski. Mit den Leibeigenen
kämpfen Kosaken, Possadbewohner, Strelitzen der Grenzstädte. Der russischen Bauernschaft schlossen sich
die unteren Volksschichten der aus vielen Nationalitäten bestehenden Bevölkerung des mittleren Wolgagebietes an:
der Mordwinen, der Tataren, der Mari und der Tschuwaschen. |
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