Die Blutrache zu Weinsberg                                  (noch in Bearbeitung!)

auf der Burg Weibertreu
Auf der Burg Weibertreu
Ganz offenbar hatte der Obervogt Ludwig Helfrich von Helfenstein kein sicheres Gefühl dafür, wie man mit einer großen Schar bewaffneter Bauern umzugehen hat. Das Kriegsrecht gegenüber Bauern war ihm nicht beachtenswert, das galt nur für Adlige. Besonders mutig war er wohl auch nicht, ging er doch die österreichiche Regierung zu Stuttgart an, ihm dringend Verstärkung auf seine Burg zu geben.
Man muß wissen, zu gleicher Zeit wurden Bauern zu Leipheim und Langenau hinrichtet, Bauern in Wurzach erschlagen und Landleute im Weinsberger Tal erstochen. Es ist sicher wahr, das die Bauern nicht mehr sehr verhandlungsfreudig auftraten, aber noch am Morgen des 16. April 1525 standen ihre Unterhändler vor den Stadtmauern. Ein Gefolgsmann des Helfenstein ließ auf die Leute schießen, auch ein Verstoß gegen Kriegsrecht und es ist nicht besonders klug, solches zu tun, wenn drei Bauernhaufen darauf warten, endlich ein Adelsnest stürmen zu dürfen.

In Franken agierten drei große Bauernhaufen: der Taubertaler, der Bildhäuser Haufen und der Helle Lichte Haufen. Letzterer auch genannt der Neckartal-Odenwalder, zieht unter der Führung von Georg Metzler und mit der Elitetruppe der Bauern, der Schwarzen Schar des Florian Geyer. Den Wendel Hipler ernannten die Revoltierenden zu ihren Kanzler, der mit seinen Zwölf Artikeln das solideste Programm dieses Kampfes schrieb. Seine Vision bestand in einer großen Gemeinschaft von Bürgern, Bauern und Adel. Er versuchte also adlige Kräfte für die Sache der Bauern gegen die Fürsten und Prälaten zu gewinnen, eine poltische Richtung, die nicht aufgehen kann, wie die weiteren Vorgänge zeigen.
Allerdings ist Florian Geyer solch ein gewünschter Verbündeter, ein ehrlicher und letztlich der treuste, dessen strategische Pläne sehen etwas anders aus: "Jeder Fürst soll den Tanz vor eigener Türe haben", sprich, die Bauern müssen jeden Fürsten nieder ringen.
Die Neckarbauern führte Jäcklein Rohrbach, ein Leibeigener aus Böckingen. Er soll zuvor Hof und Äcker als Lehen bewirtschaftet haben und wurde am 2.April von den Aufständischen zum Hauptmann gewählt. Ein historischer Beleg dafür, das nicht die Allerärmsten aufbegehren. Es sei hier erwähnt - entgegen der immer wieder zitierten falschen These, das Nichtaufbegehrende noch nicht arm genug sind.(*) Zuallererst nehmen stets diejenigen den Kampf auf, die etwas zu verlieren haben, die das unter Mühen Erarbeitete nicht einfach hergeben wollen.
So ist es auch erklärlich, das eine wilde und echte Freundin des Jäcklein Rohrbach in Erscheinung trat und wankenden Bauernkämpfern als Mahnerin und Ansporn galt: die Schwarze Hofmännin. In der ganzen Gegend bekannt als kriegerische Wölfin sagte man ihr Zauberkünste und Wahrsagerei nach. Wilde Zeichen soll sie in die Luft geworfen haben als sie Zögernde gegen Weinsberg antrieb mit den Worten: "Die feindlichen Kugeln können euch nichts mehr anhaben!". "Die adligen Weiber werden wie gerupfte Gänse aussehen", solcher Art Reden soll sie geführt haben.

Bereits am 16.April lagern die Bauern vor Weinsberg. Hier hatte besagter Helfenstein, Schwiegersohn des 1519 verstorbenen Kaisers Maximilian I. ein Schreckensregiment errichtet. Weinsberg unterstand erst seit 1520 den Habsburgern, wie ganz Württemberg. Ab hier wird die Geschichte über die Ereignisse in Weinsberg - nachdem bereits schon alles über sie geschrieben wurde - für uns heutige noch einmal pikant. Vom Kaiser wurde der berüchtigte Herzog Ulrich gewissermaßen enteignet aus Gründen verschiedenster Art, unter anderem wegen Mord usw... Des Kaisers Bruder Ferdinand I. ....Und so verweben sich die menschlichen Schiksale auf ihre Art: die von ganz oben mit denen von ganz unten...

Vom Kloster Schöntal zogen Bauernhaufen in Richtung Weinsberg. Am 12. April setzten die Aufständischen Kloster Lichtenstern in Brand und besetzten fast alle Dörfer in Umgebung der Stadt. Der Rat der Stadt und die militärische Besatzung wurden aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten. Als Antwort erhalten sie die Drohung, das ihre Dörfer niedergbrannt werden. Gleichzeitig ließ Graf Helfenstein kleinere Bauerneinheiten überfallen und zahlreiche Aufständische niedermachen. Der Überfall mag diese bestärkt haben, das Widerstandsnest zu beseitigen.

Am Ostermorgen, den 16. April, nahm der Haufen nach kurzem Gefecht das Weinsberger Schloß ein. Der ertse Sturm auf die Stadt wurde noch abgeschlagen, doch dann öffneten Bauernsympathisanten Zugänge zur Stadt. Die Bauern drängten in die Gassen, erschlugen die verhaßten Adligen oder nahmen sie gefangen. Über sie wurde Gericht gehalten und die Strafe verhängt, die üblich für treulose Landsknechte war: 24 Edelleute und Knechte wurden durch die Spieße gejagt. Es half den Grafen auch nicht, daß er den Aufständischen Geld bot, um sein Leben zu retten. Der Vollzug der für Adlige entehrenden Strafe war keine unkontrollierte Racheaktion, sondern ein akt revolutionären Terrors.

Nach dem schlösser und Klöster dem Haufen bisher meist kampflos zugefallen waren, war die Eroberung Weinbergs ein beachtlicher militärischer Erfolg, zumal sich bei Weingarten zu diesem Zeitpunkt das Heer des Schwäbischen Bundes und der Haufen der Seebauern gegenüberstanden, also der weitere Verlauf des Bauernkrieges nachdrücklich beinflußt werden konnte. ...Die Weinsberger Aktion war geeignet, das Paktieren kompromißbereiter Hauptleute zu unterbinden. Aber nach dem Blutgericht trennten sich Rohrbach und seine Anhänger vom Haufen und zogen nach Württemberg.

Doch der Erfolg von Weinsberg blieb nicht ohne Wirkung. Die Nachrichten von der Einnahme der Stadt und der Hinrichtung der Adligen wurden noch am selben Tag im Land verbreitet, und sie beeinflußten die Entscheidungen jener Städte, die sich bisher geweigert hatten, den Bauern die Tore zu öffnen. Am 18.April mußte Heilbronn sich unterwerfen.
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eine ausgezeichnete Beschreibung der Vorgänge biete Zimmermann S. 387 bis ... 2
II. Zeittabelle
In der Reichsstadt Memmingen wird eine bäuerliche Kanzlei eingerichtet.
? Jakob Wehe wird in Leipheim nach der Niederlage hingerichtet. Die Nachricht gelangt bis nach Weinsberg.
12. April Dem Grafen Helfenstein werden in Stuttgart 70 Ritter und Reisige für Weinsberg mitgegeben, weitere Verstärkungen sollen folgen.((1)-S.387)
Die Bauern setzen das Kloster Lichtenstern in Brand.
14. April
Charfreitag
Als die Bauern von Lichtenstern nach Neckarsulm zogen, forderten sie Weinsberg und die Ritter darin auf, in ihre christliche Brüderschaft zu treten. Während der Graf mit ihnen unterhandelte, um Zeit zu gewinnen, bis die erwartete Hilfe von Stuttgart käme, unterließ er es dennoch nicht, mit seinen Reitern „den ganzen Tag über ob den Bauern zu halten und ihnen Abbruch zu thun, so viel ihm immer möglich war“. Er that sich aus Weinsberg, fiel hinten in den Haufen in den Nachtrab, erstach und beschädigte ihnen Viele, wodurch der Helle Haufen erzürnt und bewegt wurde.
Chronik Weinsberg, vormals freie Reichs-, jetzt württemb. Oberamtsstadt. Chronik derselben/Teil 2
und ((1)-S.388)
Ferdinand Ludwig Immanuel Dillenius

Wikipedia
15. April
Ostersamstag
16. April Eroberung von Weinsberg durch den Hellen Lichten Haufen.
17. April Vertrag von Weingarten Auflösung des Allgäuer Haufens und des Seehaufens
18. April Die Bauern Rohrbachs überfallen das Heilbronner Karmeliterkloster und plünderten es, verschonen aber die Stadt.
mai Am Tag nach Jäckleins Feuertod – den 21. Mai – Sonntag vor Himmelfahrt – nach Thomann und Holzwart – befahl der Truchseß dem Trautskircher, einem baierischen Edelmann, während vom Lager aus gegen 4–5000 Mann zu Roß, und zu Fuß in’s Weinsberger Thal zogen, die Stadt Weinsberg mit allem Gut darin zu verbrennen und die Weiber und Kinder, die noch darin wären, mit Gewalt herauszuschleppen.
Ostern 1526 Am Jahrestag wurden zum Andenken an die Blutstat in Weinsberg Bauern durch die Spieße gejagt.
K.H.Stein, S.130
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III. handelnde Personen
Jörg Ry Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (389)
Melchior Becker Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (389)
Bernhard Hellermann Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (389)
Adam Franz Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (395)
Wendel Hofmann Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (395)
Jörg Schneiderhänslein Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (395)
Hans Mösling Spitalpfründner, Bauernsympathisant in Weinsberg, verhalf den Bauern beim Zugang zur Stadt Weinsberg (397)
Klemens Pfeifer Bürger (?) aus Weinsberg, kämpfte auf Seiten der Bauern. (397)
Jörg Metzler
aus Ingelfingen
Fähnrich der Bauern, kämpfte beim Sturm auf Weinsberg, rettete aber einen ihm bekannten Rittersknecht vor der Blutrache der Bauern. (399)
(...)
(...)
(...)
Hans Koberer
von Bretzfeld
Bauernrat, berichtet den Bauern des Hellen Haufens (?), dass der Graf Helfenstein Weiber und Kinder der Bauern umbringen wird und ihre Dörfer verbrennen will. (388-389)
Dionysius Schmid
von Schwabach
Bauernrat, Anführer beim Sturm auf Weinsberg (389, 395)
Adam Franz Bürger von Weinsberg, Freund Jäcklein Rohrbachs, half bei der Erstürmung von Weinsberg. (395)
Obervogt Ludwig Helfrich von Helfenstein Schwiegersohn des Kaisers Maximilian I.
Graf Ludwig Helferich von Helfenstein, Amtmann von Weinsberg und Obervogt über alle württembergische Bauern.

Ritter, 27 Jahre alt, seit dem 15. Lebensjahr in deutschen und französischen Kriegsdiensten. Ein Liebling des des Erzherzogs Ferdinand. Verheiratet seit 5 Jahren mit einer natürlichen Tochter des vor sieben Jahren gestorbenen Kaisers Maximilian I. ((1)-S.387)
Margarethe von Edelsheim natürlichen Tochter des vor sieben Jahren gestorbenen Kaisers Maximilian I., verheiratet mit Graf Helfenstein.
Witwe des Johannes von Hillen, Forstmeister der Herrschaft Tirol. ((1)-S.387)
Kaisers Maximilian I. deutscher König und römischer Kaiser 1508-1519 (* 22. 3. 1459, † 12. 1. 1519); Habsburger, verheiratet mit Maria von Burgund, Tochter Karls des Kühnen. Maximilian vertrieb 1490 die Ungarn aus Österreich und schlug 1492 die Türken bei Villach. Er vermählte sich in 2. Ehe mit Bianca Maria Sforza von Mailand. Durch geschickte Heiratspolitik (Ehen zwischen seinem Sohn Philipp dem Schönen und Johanna der Wahnsinnigen von Kastilien sowie zwischen seinem Enkel Ferdinand I. und Anna, der Tochter Wladislaws V. von Böhmen) sicherte Maximilian die spanische Erbschaft sowie die böhmische und die ungarische Krone für sein Haus, musste jedoch im Frieden von Basel 1499 den Hoheitsanspruch auf die Schweiz aufgeben. 1508 nahm Maximilian in Trient mit Zustimmung des Papstes, aber ohne päpstliche Kaiserkrönung, als erster deutscher König den Titel „Erwählter Römischer Kaiser“ an und beendete damit die jahrundertealte Abhängigkeit der Kaiserwürde vom Papsttum. Auf die Unterstützung der Reichsstände angewiesen, musste Maximilian der vom Mainzer Kurfürsten Berthold von Henneberg betriebenen Reichsreform teilweise zustimmen. Maximilian, ein Förderer der Künste und Wissenschaften und selbst literarisch tätig, blieb dem Ritterideal verbunden. Quelle: www.wissen.de
Ferdinand I. seit 1521 Statthalterschaft im deutschen Reich, Bruder Karls V., sprach kaum deutsch.
Seit 1521 war er Erzherzog von Österreich und ab 1526/1527 König von Böhmen, Kroatien und Ungarn. Bereits zu Lebzeiten seines Bruders wurde er 1531 zum römisch-deutschen König gewählt.

Nach dem Tode Maximilians gelang es Ferdinand, im Wormser Teilungsvertrag am 21. April 1521 gegen den Willen seines Bruders Karl, des neuen Kaisers, die „niederösterreichischen Länder“ (das Erzherzogtum Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol) zu erhalten.
Weil er die deutsche Landessprache nicht beherrschte und die Rechte der Städte einzuschränken gedachte, hatte er mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da insbesondere die Wiener Bürger ihm Widerstand entgegensetzten, ließ er die Anführer nach Wiener Neustadt vorladen und acht von ihnen hinrichten. Diese Episode ging als das Wiener Neustädter Blutgericht in die Geschichte ein.
1522 trat ihm sein Bruder Karl V. Württemberg ab, welches zur Finanzierung der Kriegskosten gegen Ulrich von Württemberg an Habsburg gefallen war. Erst 1534 gelang Ulrich die Rückkehr und Rückeroberung Württembergs.

Wiki

Der zweite Sohn aus der habsburg.-spanisch Verbindung wurde, zum Unterschied von seinem älteren, in den Niederlanden geborenen und erzogenen Bruder Karl (V.) in Spanien unter der Aufsicht seines Großvaters Ferdinand erzogen. Die in der strengen Tradition der spanisch Scholastik von Pedro Nuñez de Guzman, dem Dominikaner Alvaro Osorio de Moscoso und anderen geleitete Erziehung ... Pläne des Großvaters Ferdinand seinem Lieblingsenkel das spanisch Erbe zu verschaffen, scheiterten ebenso wie ein späteres Projekt der Tante Margarethe, Ferdinand statt seines Bruders für die Kaiserwahl von 1519 zu kandidieren. Nach einer ersten Begegnung mit Karl bei dessen Ankunft in Spanien (1517) ging Ferdinand 1518 in die Niederlande, wo unter der Aufsicht der Tante Margarethe seine Erziehung vollendet wurde und er in die für seine politische und religiöse Haltung bestimmende Berührung mit der Ideenwelt des Erasmus von Rotterdam kam. Auf Grund des Teilungsvertrages von Worms (21.4.1521) erhielt er Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Krain, im (zunächst geheimgehaltenen) Teilungsvertrag von Brüssel (7.2.1522) außerdem Tirol, die österreichischen Vorlande und Württemberg. Im gleichen Jahr befestigte er seine Herrschaft in Österreich gegenüber den während des Interregnums nach Maximilians Tod erstarkten ständischen Bestrebungen durch hartes energisches Vorgehen (Wiener-Neustädter Blutgericht). Anfangs als Ausländer und wegen seiner Umgebung (Prototyp der spanisch Glücksritter Gabriel Salamanca) unbeliebt, wußte er sich durchzusetzen wie in der Reichspolitik, wo er zunächst vor allem als Vertreter seines oft abwesenden Bruders auftrat. Der Tod seines jagiellonisch Schwagers Ludwig in der Schlacht bei Mohács (29.8.1526) bot ihm Gelegenheit, sich um die Kronen Böhmens und Ungarns zu bewerben. Wahl (22.10.1526) und Krönung (24.2.1527) in Prag erfolgten, dagegen hatte Ferdinand sich in Ungarn gegenüber dem national-ungarischen Prätendenten Johann Zapolya durchzusetzen, während der größte Teil Ungarns nach Mohács von den 1529 bis vor Wien vorstoßenden Türken besetzt wurde. Königswahl (Preßburg, 16.12.1526) und Krönung (Stuhlweißenburg, 3.11. 1527), so daß später das Jahr 1526 als Geburtsdatum der späteren Donaumonarchie, angesehen wurde. In der Verwaltung der Erbländer setzte Ferdinand die Tendenz seines Großvaters Maximilian der Zentralisierung und Vereinheitlichung fort durch Schaffung eines zentralen Hofrats (1522) und Kriegsrats (1556), deutsche biographi


buchsuche
Gattinara Großkanzler Karls V., von 1521 bis 1530 der oberste Leiter der zentralen Behörden, die in Burgund ihren Sitz hatte.
Ein erasmianisch-gelehrter Staatsmann, der das Regierungswesen Karls aufgebaut hat. Die Einkünfte des kaisers ließen sich nicht in dem maß vermehren, wie die Ausgaben stiegen. Sein versuch scheiterte, das Amt eiens Generalschatzmeisters für alle habsburgischen Gebiete zu schaffen. Eine einheitliche Wirtschafts- u. Finanzpolitik gelang nicht. Ein Aushilfsmittel war der Bankkredit - Schulden hauptsächlich bei großen Handelshäusern. (2)
Pfefferkorn
Pedro Nuñez de Guzman Don Pedro ... , Schlüsselträger des Calatrava-Ordens.
Am Hof Ferdinands, der noch von Isabella eingerichtet wurde. buchsuche
Diego Ramirez de Guzman Bischof von Cantania, Don Diego ...
Am Hof Ferdinands, der noch von Isabella eingerichtet wurde.
Alvaro Osorio de Moscoso Bischof von Astorga, Dominikaner
Am Hof Ferdinands, der noch von Isabella eingerichtet wurde, der erzieher des Infanten Ferdinand. buchsuche
Gabriel Salamanca spanisch Glücksritter,
Gabriel von Salamanca Ortenburg (* 1489; † 1539) war von 1521 bis 1526 Generalschatzmeister und Hofkanzler unter Erzherzog Ferdinand von Österreich und ab 1524 Graf von Ortenburg.
ein aus dem spanischen Burgos stammender Abkömmling eines reichen Handelshauses, arbeitete ab 1514 für die Staatskanzlei Kaiser Maximilians I. und wurde wenige Jahre darauf ein enger Vertrauter des jungen, aus Spanien stammenden Ferdinand, der 1521 die „niederösterreichischen“ Länder, nämlich das Erzherzogtum Österreich, die Steiermark, Kärnten, Krain und Tirol erhalten hatte und später seinem Bruder Karl V. auf den Kaiserthron folgen sollte. Ferdinand setzte Gabriel 1521 als Generalschatzmeister und Hofkanzler ein. Dessen Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts schlugen jedoch fehl, da die Operationen des fremden Geschäftsmanns beim österreichischen Adel auf Ablehnung stießen, die dem Spanier zudem den starken Einfluss auf den Erzherzog neideten.

Vermutlich geht die Ermordung des Bauernanführers Gaismeier 1527 durch zwei Spanier auf sein Konto.
Skizzen
Berücksichtigt man den gedanklichen Ansatz (aus dem Abschnitt Preisrevolution), das kein Bankier eine tatsächliche Arbeitsleistung erbringen kann, die dem Wert eines Schiffes entspricht, so wird klarer deutlich, das die sogenannten Schulden zwischen Kaiser und "Kaufherren" reine Konstruktionen sind, denen in Wahrheit keine rein arbeitsmäßigen Leistungen gegenüber standen. Weder konnten beispielsweise die Fugger eine Arbeitsleistung von ..... Gulden als einzelne Arbeitskraft aufbringen, noch konnte der Kaiser eine solche Größe in Arbeitsleistung "zurück" tauschen. Diese Abhängigkeitskonstruktionen der Schulden in solchen abstrakten Größenordnungen - deren Wert in Arbeitsleistungen sich der menschlichen Vorstellungskraft damals entziehen mußte, waren nur möglich, als das Geld allgemein als Anspruch auf Arbeitsleistung anerkannt wurde. Wohlbemerkt, das war nicht immer so, denken wir nur an die Überschaubarkeit der kleinen Markgenossenschaft: der kleinliche Betrüger beim Tauschverhalten konnte immer benannt und folglich auf Dauer von allen gemieden werden - die Gesellschaft hatte moralische Ansichten, die beispielsweise die Habgier als Todsünde betrachteten.
Zur Anerkennung des Geldes als Anspruch auf noch zu leistende Arbeit (also nicht als Gegenwert für vergleichbare geleistete Arbeit) konnte es erst kommen, als Gold und Silber in solch hohen Mengen als Besitz von Einzelpersonen (bezeichnet als Kaufmannskapital) bereit standen, um die Größe der eingefordeten Arbeitsleistung so hoch zu treiben, das sie sich menschlicher Vorstellungskraft entzog (z.B. die "Kosten" - also der Arbeitsaufwand für den Bau einer Karavelle). Ab jetzt war der "Wert" der einzelnen Arbeitskraft manipulierbar, sprich absenkbar - und tatsächlich - der "Wert" der Arbeit der Bauern wurde immer "geringer", obwohl sich an der Schwere ihrer Arbeit nichts geändert hatte. Er sank auch in der gesellschaftlichen Anerkennung, wurde niedriger und niedriger, bis die Gesellschaft es gewöhnt war, den Bauern zu verhöhnen! Was blieb ihm anderes übrig, als aufzubegehren?


Verbindungen
über die Burg in Goethezeitportal
Chronik
Versuch der Rekonstruktion von Ereignissen in und um Würzburg zur Zeit des Großen Deutschen Bauernkrieges im Frühjahr und Sommer 1525 in www.bauernkriege.de
Hier fehlt ein tapferes Bauernkriegsdenkmal!
Johann Wolfgang von Goethe ließ 1771 in Götz von Berlichingen zu Beginn des 5. Aktes Georg Metzler, einen der Bauernführer, von der Tat berichten. Justinus Kerner verfasste 1820 die historische Abhandlung Bestürmung der württembergischen Stadt Weinsberg durch den Hellen Christlichen Haufen im Jahr 1525 und deren Folgen für diese Stadt, sein Sohn Theobald Kerner thematisierte das Blut-Ostern in seinem Gedichtzyklus Bilder aus dem Bauernkrieg. Johannes Wüsten schrieb 1936 das Drama Weinsberg, in dem es um den Bauernkrieg geht. Yaak Karsunke stellte das Geschehen 1975 in den Mittelpunkt seiner Bauernoper. Ulrike Schweikert thematisierte die Weinsberger Bluttat 2004 in ihrem Historienroman Das Kreidekreuz, in dem der Bauernkrieg Rahmenhandlung ist. In seinem 2009 erschienen historischen Roman Die Rache des Kaisers lässt Gisbert Haefs seine Hauptfigur auf Seiten der Bauern an den Kämpfen teilnehmen. freenet
Weinsberger Bluttat in Wikipedia





(*) Viele Bauern begehrten auf, nicht weil sie arm waren oder zu den Armen zählten, sonder weil sie erneut in die Armut getrieben werden sollten. Marxistische Historiker (z.B. ...) sprechen in diesem Zusammenhang von einer zweiten Leibeigenschaft. Dieser Begriff ist sicher nicht ganz zutreffend aber auch nicht grundsätzlich inhaltlich falsch. Er wird in keinem Fall allgemeingültig und für alle deutschen Lande zutreffend sein, könnte aber gewiss auf die Gebiete um ... zutreffen.





Literatur
(1) Zimmermann 1980 S....
(2) Moeller, Heckel ua... Band 2 S.52-53



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Notizen zum Deutschen Bauernkrieg ♦ Dipl.Ing. Hans Holger Lorenz ♦ letzte Änderung: 1. Juli 2011 ♦ HLorenz500@aol.com ♦ WB To