Bilder zum Pendel-Theorem


Eröffnungsfrage für die Diskussion:
Ist das ein Bild oder ist das kein Bild?

Das Pendel-Theorem © Hans Holger Lorenz
Inhaltsverzeichnis









Eindimensionales Pendel des Empfindens

                        
Jackson Pollock
Composition Nr.1
1948

Kasimir Malewitsch
Schwarzes Quadrat
1915



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Natürliches Pendel des Empfindens zwischen "Häßlichkeit" und "Schönheit"

Engelkopf
     Matthias Grünewald  (um 1520)                              Kopf eines Engels
         Andrea del Verrocchio  2. Hälfte
         15.Jahrhundert
Engelkopf
Matthias Grünewald
(um 1520)
Kopf eines Engels
Andrea del Verrocchio
2. Hälfte 15. Jh.
Schwarze Kreide
zum Zweck der Übertragung perforiert
208x180 mmm
Florenz, Galleria degli Uffizi
Cabinetto Disegni e Stampe



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Entwicklung einer Bildlichkeit im Kirchenfenster

Schöpfungsgeschichte
St. Marien Frankfurt/Oder um 1370
Dürer-Fenster
Basilika St. Jakob Straubing 1501
Niklaus Bluntschli
ehem. Kloster Wettingen 1554




Frauenkirche Nürnberg Wappen des Patriziergeschlechts der Tucher 1615 Deutsche Kirche Stockholm Unser täglich Brot gib uns heute 1906 Foto  H. Lorenz  8/2011
Frauenkirche Nürnberg
Wappen des Patriziergeschlechts
der Tucher 1615
St. Marys Church
Cleobury Mortimer (Shropshire)
Piers Plowman bei seiner Vision
Harry Burrow 1875
Deutsche Kirche
Stockholm
Unser täglich Brot gib uns heute
1906




Deutsche Kirche Stockholm labora (Arbeit eines Bauern) 1906 Foto  H. Lorenz        8/2011
Deutsche Kirche
Stockholm
labora (Arbeit eines Bauern) 1906
Atelier Osterrath
Pfarrkirche Grüfflingen um 1956
Heinrich Bickel 1952-56
Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt
Garmisch-Partenkirchen




Restaurierung 1987 VEB Denkmalpflege Dresden
Friedrichwerdersche Kirche Berlin
Gerhard Richter
Südfenster des Kölner Doms
Köln 2007
Shirazeh Houshiary
Ostfenster der Kirche St. Martin-in-the-Fields
London 2008

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Glasfenster aus dem Mittelalter Badenweiler, Obereggenen ... Galerie Barbara Giesicke
Die Glasmalereien in der Prot. Kirche zu Eisenberg 1870...1900
Fenster in der Apsis
Fenster über dem Ausgang
Text von Clemens Jöckle
Beispiele moderner Kirchenfenster in Vernon (Frankreich)      Kirchenfenster von Hermet-Juteau 1994
Rebstöcke in der Vinzentkapelle
Maria-Magdalenas Haare zugleich betende Menschenmenge in der Maria-Magdalenenkapelle
Stiftskirche Notre Dame von Vernon
Siehe auch folgendes Motiv in der Kunst: Anna lehrt Maria das Lesen (Anna, Maria und ein Buch)
Glasmalerei: Anna lehrt Maria das Lesen zu sehen in Saint Andrew by the Wardrobe in London
Saint Andrew by the Wardrobe in London

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Notizen über
Jackson Pollock
Notizen über
Kasimir Malewitsch
"Wenn ich in meinem Bild bin, bin ich mir nicht bewusst was ich tue."
Jackson Pollock (19.. ?)
"Die Welt als Empfindung der Idee, unabhängig vom Bild – das ist der wesentliche Inhalt der Kunst. Das Quadrat ist nicht das Bild. So, wie der Schalter und der Stecker auch nicht der Strom sind."
Kasimir Malewitsch, 1927
Während der Weltwirtschaftskrise konnte Pollock Malerei studieren. Während des II.Weltkrieges zeigte er Werke in mehreren Ausstellungen. Ein Artikel im Life Magazin verhalf ihm 1949 zur Berühmtheit. Er wurde zum künstlerischen Botschafter der USA in Europa in den Jahren des Kalten Krieges. Während in vielen Ländern der Welt an der Beseitigung der Trümmerlandschaften gearbeitet wurde, zog Pollock eine Verbindung von Unbewußtem und künstlerischer Darstellung vor.
Mit der Technik des Action Painting behauptete Pollock von sich, das er "das Wesen der Malerei geändert" hätte. Die verwobenen Farbstrukturen entstehen rein zufällig. Auch die spätere Begrenzung des Bildes, das einfach herausgeschnitten wird.
Die Revolution von 1905, unzählige Bauernrevolten in Rußland, der I.Weltkrieg, die Große Sozialistische Oktoberrevolution von 1917 und der anschließende Bürgerkrieg sind die Zeitereignisse, die das Leben des Malers bestimmen. Während Malewitsch versucht, die neue Zeit, die neue Technik, die neuen gesellschaftlichen Realitäten und Umstürze zu begreifen, spiegelt sich in seinen Werken auch die Furcht und die Verständnislosigkeit wieder. Aber er denkt voraus, er malt voraus.
Sein Begriff von der Welt ist nicht das Chaos!
in WebMuseum Paris in Wikipedia
→ weitere Bilder von J. Pollock in hier in Google-Bildersuche weitere Bilder
   
Shimmering Substance 1946
The Museum of Modern Art
New York
Number 8 (Detail) 1949
Neuberger Museum
State University of New York
Bäuerin mit Eimern und Kind
um 1912
Stedelijk Museum, Amsterdam
Notizen über
Edward Hopper
Hopper zählte zu den Unterzeichnern einer Erklärung von mehr als vierzig angesehenen Künstlern, die sich im Jahr 1953 dagegen wandten, das die Bilder mit abstrakten Darstellungen in der amerikanischen Kulturpolitik offensichtlich bevorzugt wurden. Im Journal of Artists (New York 1953) heißt es u.a.
Wir glauben trotzdem, dass Komposition und Zufall, Farbe, Muster und all die anderen Elemente der Malerei, nur Mittel zu einem größeren Zweck sind und der ist die Darstellung des Menschen und seiner Welt. Heute wird die strukturierende Moderne durch eine dominierende Gruppe von Museumsbeamten, Händlern und Werbungsleuten als Manifestation künstlerischer Intuition dargestellt. Diese willkürliche Förderung einer einzigen Richtung der Malerei forciert eine Verachtung des Geschmacks und der Intelligenz des Publikums.

weitere Bilder in Google
  
Kopf einer jungen Bäuerin
1912 bis 1913
Stedelijk Museum, Amsterdam
Rotes Quadrat
Malerischer Realismus einer Bäuerin in zwei Dimensionen
1915
Staatliches Russisches Museum St. Petersburg (Leningrad)
Erntehelfer (um 1935)
(wörtl.: Muschelgräber)
  
Kopf eines Bauern
um 1930
Staatliches Russisches Museum
St. Petersburg (Leningrad)
Bauer auf dem Feld
um 1928
nach einem Motiv von 1912
  • Hopper stand der Abstraktion nicht verständnislos gegenüber sondern definitiv ablehnend.
    [Siehe Erklärung im Reality ◊ A Journal of Artists' Opinions (New York 1953)]
  • Expressionismus, Surrealismus und Abstrakte kommen von Europa aus in die USA. Das augenscheinliche Puschen dieser Richtungen in den vierziger Jahren in den Staaten erscheint uns heute wie ein Ablenkungsmanöver. Dafür sprechen die sozialen Realitäten, pseudoreligiösen Befindlichkeiten und politischen Entwicklungen dieser und der kommenden drei Jahrzehnte.
  • Hopper ist wesentlich amerikanischer als Pollock.
    Hoppers Thema: Existenz und Einsamkeit in einer typisch amerikanischen Kleinstadt oder in einer Landschaft und die eventuelle Hoffnung durch die Schönheiten des Lichts. Pollock dagegen hat kein Thema, nicht einmal Pollock selbst ist Thema, aber er gehört mit seinem Unbewußten zu den Erlaubten.
  • Hopper beweist feinste Naturbeobachtung (z.B. Licht!) und durchschaut die Eindimensionalität der Hypermoderne.
Straße in Maine (1914)
Whitney Museum of American Art, New York City
Frauenporträt
1930
Staatliches Russisches Museum
St. Petersburg (Leningrad)
Brian O’Doherty, Hoppers enger Freund, fasste die Bedeutung dessen, was Hopper der Welt hinterlassen hatte, mit folgenden Worten zusammen:
Geblieben ist eine zweistellige Zahl von Meisterwerken, die sich dem Volksgedächtnis eingeprägt haben. Ihr Kultstatus, dem die Werke selbst beharrlich einen sanften Widerstand leisten, verstärkt sich von Generation zu Generation. Hoppers Bilder reisen durch die Jahrzehnte, Kulturen und Länder… leicht zugängliche Vorbilder, die sich wie von selbst auf alltägliche Erfahrungen projizieren… Besser gesagt: Hopper war einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts, groß im Halten dessen, was er versprochen hat.
Quelle Internet am 25.10.12
Q:http://afp.google.com/article (2012):       Rekordpreis von 60 Millionen Dollar für Malewitsch-Gemälde
Die "Suprematische Komposition" des ukrainischen Avantgarde-Malers Kasimir Malewitsch ist bei einer Auktion von Sotheby's für einen Rekordpreis von 60 Millionen US-Dollar versteigert worden. Das teilte die Pressestelle des Auktionshauses Sotheby's mit. "Die Summe ist nicht nur für Malewitsch, sondern überhaupt für ein ukrainisches Gemälde ein Rekord", sagte eine Sotheby's-Sprecherin. Das 1916 geschaffene Gemälde ging am Montagabend in New York an einen nicht genannten Käufer. Zuletzt war eine "Suprematische Komposition" des russischen Avantgardisten im Jahr 2000 für 17 Millionen Dollar verkauft worden.

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spezielle Notizen und Anmerkungen zur Diskussion:

"Letzten Endes wird echte Kunst nach den Geboten der Schönheit gemacht, welche sich mit der weltumspannenden, sogar kosmischen Harmonie deckt und so das Sein des Menschen in seinem Bestreben rechtfertigt, sich in diese Harmonie einzufügen." (Prof. Vincenzo Dino Patroni - Rom 2003)

Anmerkung Das Schöne: ein sehr komplexer, differierender Begriff! Schönheit impliziert Helligkeit, zuweilen Durchsichtiges. Es ist nicht immer tauglich und nutzbar, aber stets verbunden mit Wohlgefallen und Harmonie.
Anmerkung Aber nicht Harmonie in ihrer Ausschließlichkeit, denn Dürer war es, der etwa um 1520 in der geringfügigen Abweichung von der Norm das Reizvolle des Schönen findet. Der Weg zur Schönheit führt offenbar über eine kleine Abweichung. Aber das Geheimnis liegt in der Geringlichkeit dieser Abweichung. Nur Abweichungen sind nichts anderes als Chaos.
Anmerkung Die Entbildlichung als Herabsetzung der polymorph-dimensionalen Schwingungen auf eine triviale eindimensionale Pendel-Ebene. Sie reduziert das komplexe Geschehen zwischen Kunstwerk und den Sinnesorganen des Rezipienten. Verkürzungen der Aussage- und Interpretationsfähigkeiten als langfristige Folgeerscheinungen.
Anmerkung ...das Erlebnis des Schönen (wird) fast identisch mit dem Erlebnis des verstandenen oder wenigstens geahnten Zusammenhangs. (Heisenberg)
Anmerkung Mit der Hinwendung zum Abtrakten wird auch Zeitbezogenheit aufgelöst. Richtungslosigkeit als einzig zugelassener Maßstab für Körperlichkeit, Raum und Lebensdauer. Wie der Künstler so auch der Betrachter, gewollt oder ungewollt.
Anmerkung Die Demontage der natürlichen polymorph-dimensionalen Kunstrezeption in der Bundesrepublik vollzog und vollzieht sich nicht nur auf dem Gebiet der bildenden Kunst sondern auch auf dem der Musik. Es ist das Herabsetzen der Empfindungen auf eindimensionale Vorgänge, zuerst als (noch erkennbare und oft gewünschte) Vereinfachung, dann aber immer durchgehender als Verflachung oder gar Verdummung.
Anmerkung Die Rezeption eines Kunstwerkes wird reduziert auf die trivialste Ebene: Pixel statt Bild, monotoner Tic-Takt statt Klangfülle und Rythmenvielfalt. Aus dem Kunstgenießenden, Kunsterfahrenden oder Kunstbewundernden, aus dem Staunenden, Ergriffenseinwollenden wird der stupide Verbraucher von massenhaft angebotetenen Billigprodukten geformt, der das Hingepfuschte von Unbegabten genial nennt, es beliebig oft erträgt und vor allen Dingen bereit ist, es zu bezahlen!
Anmerkung In den modernen Medien liegt häufig die Betonung auf die Kleinheit des Menschen und seine Unfähigkeit zur Selbstbestimmung. Das gilt als eine wesentliche Voraussetzung, um die Zugänglichkeit des Rezipienten für Werbung zu erhöhen. Gezielte Verbreitung der scheinbaren Erkenntnis, das der Mensch über keinen freien Willen verfüge. Wenn Bildende Kunst dem etwas entgegen stellen will, könnte sie es bestens mit realistischen Darstellungen des Menschen. Vielleicht eine der Ursachen dafür, warum die Abstrakten ab den vierziger Jahren von zahlungskräftigen Interessengruppen so gepuscht wurden.
Anmerkung Das in solchen komplexen Systemen auch Rückkopplungen wirken, ist an den langfristigen Folgen ablesbar: z.B das teure, völlig unökonomische Auto, das auch mit lackierter Stoßstange noch häßlich gestaltet wirkt, weil einer Ingenieursgeneration die Kriterien für Schönheit abhanden gekommen sind.
Die Fähigkeit, bewußt nach den Gesetzen der Schönheit produzieren zu können, unterscheidet den Menschen von allen anderen Lebewesen. Heliodor: "Denn die Schönheit erweckt die Sympathie"
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Bild Bilderverzeichnis Quellen
Bild oben mitte
zur Diskussionseröffnung
Das Pendel-Theorem
© Hans H.Lorenz
www.bauernkriege.de
oben links Jackson Pollock
Composition Nr.1
1948
oben rechts Kasimir Malewitsch
Schwarzes Quadrat
1915
mitte links Engelkopf
Grünewald (um1520)
(6) S.268
mitte rechts Kopf eines Engels
Verroccio
W.Ames
Italienische Meisterzeichnungen
Im Bertelsmann Lesering , New York 1963 S.47
Mittelreihe Glasmalereien von Franz Xaver Zettler
um 1900 in der Deutschen Kirche in Stockholm
Fotos: Hans Holger Lorenz 8/2011
unten links Shirazeh Houshiary
Bildausschnitt
Ostfenster der Kirche St. Martin-in-the-Fields
London
Fenster zur Gegenwart
Kirchenfenster zeitgenössischer Künstler
Daniel Kletke 12. Juni 2008
unten rechts Gerhard Richter
Bildausschnitt
Südfenster des Kölner Doms
Link Quellen
Jackson Pollock
One (Number 31, 1950), 1950
oil and enamel on unprimed canvas
8 feet 10 inches x 17 feet 5 5/8 inches (269.5 x 530.8 cm), Museum of Modern Art, NY.
Action painting
Malewitsch, Kasimir
(Kiew 11.2.1878 - 15.5.1935 Leningrad)
Kunstwissen


zu Grünewald Häßlich oder Schön zu Dürer
www.bauernkriege.de
Notizen zur Widerspiegelung des Bauernstandes in der Bildenden Kunst / © Dipl. Ing. Hans Holger Lorenz / 26. April 2016 / (VI) MB - To