Unser untertenig und willig Dienst allzeit zuvoran bereit. Man hat das Wort Gottes, damit wir Armen gespeist werden sollen, lang
Zeit verhalten. Es haben auch Fursten, geistlich und weltlich, groß Gewalte, dasselbig mit Verbot und harter Straf gedruckt.
Darzu ist leider ganz offenbar, wie die armen Leut nit allein verachtet, sonder lang Zeit mit großen, unerträglichen
Neuerungen, Beschwerden und Aufsatzung nach allem Vorteil erschopft sind und wissen des kein Ende, und mogen nit
erkennen, daß geistlich und weltlich Fursten viel Jahre in großer Verschwendung der Zeit und der Nahrung nie nichts
ausgericht, dann uns dem Teufel auf den Schwanz gebunden, dergleichen von Geistlichen bei heidnischen Tyrannen
nie erhöret ist. Darum wir aus großer, unaussprechlicher Anliegen in Versammlung bewegt; wollten
(wiß Gott der Allmechtig) des gern uberig und in rechter Gehorsame unserer weltlichen Obrigkeit sein und stehn,
besorgen aber von großen Fursten und Herren wenig erhöret zu werden. Haben doch unser anliegend Notdurft,
wiewohl der viel mehr sind, verfasset, und, dieweil wir unter gemeinem Adel und Stedten dannoch viel christlicher
Lieb und Treu, auch des Gottsworts Furderung verstanden haben, so schicken wir Euch unser anliegend Beschwerden,
bittend in aller Untertenigkeit, durch Gotts christlicher und bruderlicher Lieb willen: Wollet der Armen
groß Beschwerde, die alle in Schriften nit verfaßt, aber durch Euren Verstand wohl ermessen werden mogen,
und sonderlich diese ausgedruckte, die, als wir hoffen, zu Ablegung aller Beschwerden uns Armen nit allein,
sonder den gemeinen Stedten und Adel nutzlich, christlich und furtreglich, darzu weltlichen Fursten und
Obrigkeiten nit schedlich sein sollen, erwegen, uns in dem mit Rat und Furderung zu Erfolgen bessers Stands und
gemeins Nutzs gegen des Reich loblichen Regiment, auch Fursten und Herren, unser Öbrigkeiten erschließlich sein,
gnedig, christlich, auch freundlich Unterhandlung unterfahen, Euch von uns nit abwenden und das einen
furderlichen Verstand in N.Tagen uns geben. Wollen wir gern aller christlichen Gehorsame und Billigkeit uns
weisen lassen. Aber in solcher Irrung und Zweiung oder Gebrechlichkeit lenger zu verharren, ist uns je nit gemeint.
Das versteht nach unser Notdurft. Datum.
|