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Unsere willige underthenige, auch gehorsame pflicht von uns elenden, verlassenen witwen gegen eueren churfurstlichen und furstlichen gnaden zcuvor. Hochgeborner furst und her, es ist euern churfurstlichen und furstlichen gnaden wol bewost, wie jungst vorgangen eyn aufstehen und entpörung, ihn welcher, Gott geclagt, unser eeliche mener auch gewesen, darumb sie yhr belonung ent- pfangen zcu unserem grossen elend und mercklichen schaden, dieweyl wir vorlassen sind, auch kleyne unerczogene kynder haben. Uber das wil man uns arme vorlassene weyber weyter dringen zcu mheren betrubnis, zcwi- fache schaczung zu geben, dieweyl mir nechst vergangen zcur ersten tageczeit nichts gegeben haben. Deshalben, hochgeborner furst und herr, sind wir aus not bedrangt, auch beengstiget, yhn dieser sach euer churfurstlichen und furstlichen gnaden besuchen, dieweyl wir keyn hulf haben von unseren junckern, auch von niemandes keyn schucz. Seynd der hoffnung gegen euere churfurstlichen und furstlichen gnaden, dieweyl wir unsere eeliche menner umb solche entporung haben mussen vorliesen, auch beladen mit viel kleynen kinderen, das wir solten frey seyn yhn der schaczung und nicht mit zweyen pesen gehauen werden. O, hochgeborner furst und her, mir armen, elende, vorlassene weyber bitten euer churfurstlichen und furstlichen gnaden umb des rosenfarbenen bluts Christi Jhesu, unser gros elend und jhamer ansehen, uns hierin hant- haben, alß wir vorhoffen tragen. Gegen euer churfurstlichen und furstlichen gnaden wollen wir alß die gehorsamen, elenden witwen gegen euer churfurstlichen und furstlichen gnaden willig- lich und gehorsamlich vordienen. Bitten genedig antwort. Euer churfurstlichen und furstlichen Gnaden underthenige und vor- lassene frauen Katt Kislers Margareta Schwarczn Margareta Kochin Lena Kraussen Khun Tauten Elß Wurmans Margareta Groß Margareta Flederwisch |
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| Das Schreiben wurde vermutlich vor dem Dezember 1525 aufgesetzt. Es zeigt die fürchterliche Notwendigkeit des Siegens bei losgetretener Revolte. Geht der Kampf verloren, wie eben der Aufstand der thüringischen Bauern im Mai 1525, so haben die überlebenden Verlierer nur die Qualen der völligen Unterwerfung zu dulden. Das Schreiben zeigt nicht nur die tragische Hilflosigkeit der Witwen der hingerichteten Aufständischen - es beweist bis in die heutige Zeit die beschämende Würdelosigkeit der Sieger, die viele male hintereinander mit "churfurstlichen und furstlichen gnaden " angesprochen werden wollen! Die Frauen mußten um eine Aufschiebung ihrer Zahlungsrückstände bitten. Ihnen waren Geldbußen zusätzlich zu ihrem Kummer als Strafen auferlegt worden. Die acht Frauen stammten aus den Dörfern Ilmsdorf und Drackendorf, die zu den feudalen Grundherrschaften Jena und Leuchtenburg zählten. Ihre Männer gehörten wahrscheinlich zum Bauernhaufen, der sich Ende April 1525 um Jena und Lobeda im Saalegebiet "zusammen rottete", als Aufrührer waren diese im Laufe der Strafaktionen gegen die Bauern enthauptet worden. |
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